Forschungsprojekt TEMEA sichert die Qualität elektronischer
Komponenten in der Automobilindustrie
Unter Leitung von Fraunhofer FOKUS ist das von der Investitionsbank
Berlin geförderte Projekt TEMEA - Testspezifikationstechnologie
und -methodik für eingebettete Echtzeitsysteme im
Automobil gestartet. Das Projekt TEMEA hat das Ziel, aktuelle und
zukünftige Herausforderungen der Qualitätssicherung in der
Automobilindustrie durch Entwicklung und Bereitstellung standardisierbarer
Testtechnologien zu lösen, die Qualitätssicherung softwaretechnischer
Systeme im Automobil zu effektivieren und diese
damit deutlich kostengünstiger zu gestalten.
Neben den
Fraunhofer-Instituten FOKUS und FIRST beteiligen sich die Firmen
IT Power Consultants, Testing Technologies IST GmbH, Fourth
Project Consulting sowie die Universität Göttingen. Das Projekt
hat eine Laufzeit von drei Jahren, erste Ergebnisse werden im
Herbst 2008 erwartet.
"Trotz intensiver Bemühungen der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer
sind die Probleme beim Testen und der Qualitätssicherung stetig komplexer
werdender und zunehmend vernetzter Systeme noch nicht bewältigt,"
skizziert Prof. Dr. Ina Schieferdecker, Projektleiterin von TEMEA am
Fraunhofer-Institut FOKUS die Ausgangssituation. "So sind zum Beispiel
Testspezifikationen für oft proprietäre Testsysteme und Testlösungen nicht
wieder verwendbar - weder an der Schnittstelle zwischen Automobilhersteller
und Zulieferer noch projektübergreifend innerhalb eines
Unternehmens. Dies führt zu unnötig hohem Aufwand bei der
Testspezifikation und Testdurchführung, erschwert die Kommunikation
zwischen dem Automobilhersteller und seinen Zulieferern und verhindert
die Wiederverwendung bereits vorhandener Testartefakte. Unter dem
Strich leidet darunter auch die Qualität der Fahrzeuge."
Der TEMEA-Ansatz ist speziell für das anforderungsgetriebene, systematische
Testen elektronischer Komponenten und ihrer Integration im
Automobil zugeschnitten. Basierend auf der standardisierten Testtechnologie TTCN-3 wird das Projekt TEMEA eine einheitliche
Testspezifikationstechnologie bestehend aus textuellen und graphischen
Testspezifikationsmitteln, einer flexible anpassbaren Testausführungsumgebung
sowie eine darauf abgestimmte Testmethodik entwickeln, die
sich sowohl auf die Bedürfnisse der Zulieferer als auch der großen
Automobilhersteller eignet. Dies ist ein in dieser Kombination in der
Automobilindustrie bisher nicht existierender Ansatz, der verspricht die
Prozesse der Qualitätssicherung softwareintensiver Systeme durch standardisierbare
Technologien zu effektivieren und dadurch kostengünstiger zu
gestalten.
Insbesondere werden aktuelle Standards der Automobilindustrie
(AUTOSAR) berücksichtigt. Schwerpunkte des Projekts sind
- integriertes Testen von diskretem und kontinuierlichem Verhalten,
- plattformübergreifender Austausch von Testdefinitionen (MiL/SiL/HiL).
- Unterstützung über den gesamten Test- und Integrationsprozess,
- Analyse von Echtzeit- und Zuverlässigkeitsanforderungen,
- Testen von Komponenten der AUTOSAR-Architektur, und
- Analyse der Qualität von Tests.
Mehr Informationen unter
www.temea.org.
Kontakt
Prof. Dr. Ina Schieferdecker,
Fraunhofer-Institut FOKUS
Tel +49 (0)30 3463 7241
ina.schieferdecker-at-fokus.fraunhofer.de
Katrin Böning, Testing Technologies
Tel +49 (0)30 726 19 19 0
boening-at-testingtech.com